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ZAHER SAI’D – UNSER ANDERER ÜBERSETZER / ZAHER SAI’D – OUR OTHER TRANSLATOR

ZAHER SAI'D - UNSER ANDERER ÜBERSETZER / ZAHER SAI'D - OUR OTHER TRANSLATOR

Neben Louay, den wir euch schon vorgestellt haben, war Zaher ebenfalls unser Übersetzer. Auch wenn er sich am Anfang mit der Energie der Kinder etwas schwer tat, hat er zunehmend seine Ernsthaftigkeit abgelegt und an den Spielen mehr und mehr Spaß gefunden.

Zaher ist gebürtig aus Latakia, der Geburtsstadt von Assad. Früher war er einer der besten Mittel- und Langstreckenläufer seines Landes und arbeitete als Physiotherapeut. Obwohl er kein Mitglied der Baath-Partei des Präsidenten Assad war, hatte er dort viele Freunde. Bei der ersten Demonstration die überhaupt in Latakia stattgefunden hat, war er einer der Organisatoren. Er selber hatte damit gerechnet, dass nur einige Dutzend Menschen kommen würden. Am Ende waren es mehrere Tausend. Überwältigt von dieser Entwicklung, erklärte er sich bereit, auch vor der Kamera seine Überzeugungen zu vertreten.

Während dieser Demonstration wurde er so schwer von einem Stein getroffen, dass er zwei Tage im Koma lag. Währenddessen wurde sein Interview ausgestrahlt, wodurch er in den Augen vieler Baath-Parteinmitglieder zum Überläufer, zum Verräter wurde. Aus Angst verließ er darauf hin Syrien und hat seitdem seine Familie nicht mehr gesehen. Seit inzwischen zwei Jahren ist er in der Türkei und lebt in einer kleinen Wohnung in Antakia. Da Zaher über gute Englischkenntnisse verfügt, arbeitet er oft als Übersetzer für ausländische Journalisten und Fernsehsender wie BBC, bringt diese auch direkt an die Front.

Zaher war unersetzlich für die Rahmenorganisation des Projektes und stellte den Kontakt zu vielen der Schulen her.

Beside Louay, who we already presented, Zaher was our other translator. Even though he had problems in the beginning, to cope with the energy of the children, he lost more and more of his seriousness and started to have fun playing with the kids.

Zaher was born in Latakia, birth town of Bashar Al Assad. Before he used to be one of the best medium- and long-distance runners of Syria and worked as a physiotherapeut. Even though he was not a member of the Baath-party of president Assad, he did have many friends there. At the first demonstration against Assad, that ever happened in Latakia, he was one of the organisers. First he thought only some people would come, but in the end it were thousands. Overwhelmed by this development, he declared himself ready to give an interview in front of a tv-camera.

During this demonstration, he was hit by a stone so hard, that he went comatose for two days. Meanwhile his interview was broadcasted and for many of his Baath-party friends, he became a deserter and traitor by appearing on that demonstration. Out of fear he left Syria after recovering and didn´t see his family since then.
Since about two years now he lives in a small flat in Antakya, Turkey. Because he has got good english language skills, he often works as a translator for foreign journalists and tv-stations like BBC. He takes them also into Syria and to the front lines.
Zaher was irreplaceable in the organisation of our project and made the contact to many of the schools we worked with.

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WORUM GEHT ES? / WHAT IS IT ABOUT?

WORUM GEHT ES? / WHAT IS IT ABOUT?

Die 11-jährige Sura und ihr kleiner Bruder Walid sind auf der Flucht. Eine Bombe zerstörte ihr Haus. Shabia, die grausamen Geistermilizen des Regimes, töteten ihre Eltern. Nur Sura und Walid konnten entkommen. Auf ihrer Flucht begegnen sie anderen Kindern. Auch sie haben eine ähnlich traumatische Vergangenheit hinter und eine ähnlich ungewisse Zukunft vor sich. Noch bevor sich die überall lauernde Hoffnungslosigkeit ihrer ganz bemächtigt, schweißt sie eine geheimnisvolle Prophezeiung zusammen: Eine Prophezeiung, die sie auf eine gefährliche Reise führt. Aber kann es überhaupt eine Zukunft für Sura und ihre Freunde geben?

Wir möchten an der syrischen Grenze, in der Ost-Türkei, die Geschichte von Sura und Walids Flucht in einem ca. 40 minütigen szenischen Film erzählen. Dafür werden wir im Februar 2014 mit unserem Team nach Reyhanli zurückkehren, wo wir durch eine Reihe von Workshops den Dreh bereits im September und Oktober 2013 vorbereitet haben. Die Drehphase soll insgesamt drei Wochen dauern.

Around 2,6 million Syrians fled their country since the beginning of 2011 and more than 4 millions have been displaced within Syria. The Syrian children, who today grow up in refugee camps with a difficult perspective, are the real victims of this war. With our film project SPEAK SYRIA we want to take them away from their victim´s role and make a movie in which they are the heroes!

The eleven year old Sura and her small brother Walid have to flee. A bomb destroys their house. Shabia, the cruel ghost militias of the regime kill their parents. Only Sura and Walid can escape. On their way they meet other children who also flee from a similar traumatic past. Soon a mysterious prophecy binds them together. A prophecy that takes them on a dangerous journey. But is there even possibility of a better future for Sura and her friends?

We want to tell the story of Sura and her flee in a 40 minutes long fictional film. For that, in Februrary we will return with our team to the turkish-syrian border town Reyhanli and shoot for three weeks in Hatay province.


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WAS SIND DIE ZIELE ? / WHAT ARE THE GOALS?

WAS SIND DIE ZIELE ? / WHAT ARE THE GOALS?

Das Drehbuch zu unserem Film entsteht auf Grundlage der Biographien und Erlebnisse der Kinder, die wir während unseres Workshops in der türkischen Grenzstadt Reyhanli kennen gelernt haben. Die Rollen werden von den Kindern selbst gespielt. Durch diese Nähe zu den Protagonisten, möchten wir die mediale Oberflächlichkeit durchbrechen und eine so spezielle und gleichsam universelle Geschichte schaffen, die es vermag uns diese Menschen auf einer tieferen Ebene zu vermitteln.

Aus der Perspektive einiger syrischer Kinder heraus, möchten wir eine Geschichte über die Menschen aus Syrien erzählen, die sich in erster Linie an europäische Erwachsene richtet. Wir sind überzeugt, dass die Erfahrungswelt der Kinder ein notwendiges emotionales Gegengewicht zu der Informationsflut darstellt, der ein europäischer Erwachsener täglich ausgesetzt ist, wenn es um den Krieg in Syrien geht. Statt dem Blick von außen, wie er von Nachrichten und zahlreichen Reportagen zum Thema fast täglich gemacht wird, soll SPEAK SYRIA ein Blick von innerhalb des Flüchtlingsdramas sein. Statt einer großen Masse von Europäern eine große Masse an syrischen Flüchtlingen zu zeigen, soll hier der Einzelne die Möglichkeit bekommen, einzelne Schicksale kennenzulernen und sich so einen direkten, authentischen und emotionalen Zugang zu der Situation zu verschaffen.

Es soll in SPEAK SYRIA aber nicht bei authentischen Eindrücken und Biographien bleiben. Durch Stilmittel wie Überhöhung und Verfremdung entspannt sich eine Art post-apokalyptische Vision, in der die Protagonisten erwachsen werden und lernen den Krieg, die Flucht und sich selbst zu begreifen. Die Phantasie bildet einen – vielleicht den letzten – Zufluchtsort der Kinder. Dort sind sie nicht nur Opfer sondern auch Abenteurer auf einer unglaublichen Reise.

SPEAK SYRIA ist der filmische Versuch, eine emotionale Brücke zu schlagen zwischen uns und ihnen: zwischen Menschen die in relativer Sicherheit und Wohlstand leben und Menschen auf der Flucht, zwischen Europäern und Syrern, zwischen Erwachsenen und Kindern.

Our screenplay is based on the experiences of Syrian children who we met during the drama and scripwritig workshops in the Turkish border town of Reyhanli. The workshops where not only organized to give the children a meaningful occupation, but also to give the children and their stories the chance to be heard. Instead of working with professional actors, the roles in the film will be played by refugee children we met in our workshops. Through this closeness to the heroes of our film, we want to break through the media-based superficiality and tell an universal story about friendship and tolerance.

SPEAK SYRIA is not only about this authentic impressions and biographies, addtionally we want to elevate and alienate the world in which our story takes place. Our film creates a post-apocalytic vision in which our heroes grow up and learn to understand themselves and the war. In our world they find shelter in their fantasy, and in it they are not only victims but adventurers on an unbelievable journey.

For viewers here in Europe, the aim of our film is to build an emotional bridge to the people we see every day in the news. A link between people who live in relative security and wealth and people who have lost everything, between Europeans and Syrians, between adults and children.


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Erinnerungen an Reyhanli

Reyhanli

Reyhanli besteht vorwiegend aus einer langgezogenen Hauptstraße, staubig ist es, und sehr warm. Am Horizont die Hügel Syriens. Das Umland von Reyhanli ist fruchtbar, voller Olivenbäume und Baumwollfelder. Graue Skelette von neu entstehenden Gebäuden, überall. Auf den lebhaften Straßen eine bunte Palette verschiedenster Typen: Ein bärtiger Ami-Journalist mit Vollbart und Holzfällerhemd, geschäftstüchtige Straßenverkäufer, viele Verwundete in Rollstühlen, mittendrin eine Gruppe deutscher Clowns. An den vier wichtigsten Feiertagen des Jahres (Al Id), mit unserem Weihnachten zu vergleichen, ist die Stimmung etwas schräg: Die Syrer die geflohen sind vermissen ihre Heimat noch stärker als sonst, die Anzahl der Bettelnden steigt exlosionsartig, gleichzeitig tragen die Leute ihre schicksten Klamotten auf.

We remember the town basically as a long stretch which one walks up and down, it’s light, dusty and hot and, not far in the horizon, a hill that is already Syrian land rises up in front of you. The land around Reyhanli is fertile and red, olive trees and cotton fields mix with the concrete skeletons of new buildings. On the buzzing streets we meet a collage of people: some journalists, food sellers, taxi drivers, many wounded in wheelchairs and even a group of German clowns. Despite the weirdness and uniqueness of the situation, weddings are held nearly every night and one falls asleep to the looping rhythm of the Turkish tunes.


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Who were the children we worked with?

Who were the children we worked with?

It took us some time to find a group of children and the right place to make our activities. The first week we worked with children from the Free Syria School in association with Jasmine Baladi.
Later on we were introduced to a second school: the Future Builders.
The children we worked with were up to 12 years old and the majority came from the northen cities of Syria, like Idlib, Hama and Homs.
The Future Builder’s school manager was an exceptional man: modest and trustful, he made all our activities possible, helped us with the organization and gave us total freedom. So that you can imagine what type of man he was, he refused to sit behind his headmaster’s desk when we wanted to take a portrait of him, instead he sat on the outside of his desk and posed like this.

Es hat eine Weile gedauert, bis wir eine Gruppe von Kindern und einen Ort für unsere Aktivitäten gefunden hatten. In der ersten Woche arbeiteten wir mit Kindern von der Free Syria Schule, zusammen mit der Aktivistengruppe Jasmine Baladi. Später wurden wir in einer zweiten Schule vorgestellt: The Future Builders School.
Die Kinder, mit denen wir gearbeitet haben, waren ältestens 12 Jahre und die meisten von ihnen kamen aus dem nördlichen Teil Syriens, aus Idlib, Hama und Homs.
Der Schulleiter der Future Builder war eine bemerkenswerte Persönlichkeit: Bescheiden und voll Vertrauen half er uns bei der Umsetzung unseres Workshops und machte all unsere Ideen möglich. Damit ihr euch ein Bild von diesem Mann machen könnt: Als wir ein Portrait von ihm machen wollten, weigerte er sich, am Schreibtisch auf dem Direktor-Stuhl zu sitzen, sondern nahm an der Seite Platz.


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Reyhanli

Reyhanli

Unsere Workshops haben in Reyhanli, einer Kleinstadt in der Provinz Hatay stattgefunden. Hatay liegt an der türkische Küste, nur ein paar hundert Meter entfernt von der syrischen Grenze.

Reyhanli ist ein besonderer Ort, weil er sich unter den Auswirkungen des Kriegs in ständigem Wandel befindet. In den letzten zwei Jahren hat sich durch den wachsenden Flüchtlingsstrom die Einwohnerzahl von Reyhanli fast verdoppelt (Laut UN Flüchtlinskommission sind es mittlerweile über 500.000 Menschen, die aus Syrien in die Türkei geflohen sind). Aufgrund der wachsenden Wohnungsnachfrage und der steigenden Mietpreise ist es sehr schwierig, für manche der Flüchtlinge sogar unmöglich, in Reyhanli eine Unterkunft zu bekommen. Doch die Syrer arrangieren sich mit der schwierigen Situation bestmöglich, haben Restaurants und Cafes aufgebaut, Schulen und Krankenhäuser.

 

Our activities took place in Reyhanlı, a town and district of Hatay Province, on the Mediterranean coast of Turkey, near the country’s border with Syria.

Reyhanli is a particular place because it’s in constant change and because of how war has influenced it. In the last 2 years the population of Reyhanli almost doubled, which directly reflects the steady increase of Syrians reaching Turkey, whose number, according to UN Refugee Agency, has exceeded 500,000. Despite the exorbitant prices, it is indeed very difficult, if not impossible, to find accommodation in Reyhanlı. Considering all these difficulties the Syrians have managed to set up local business like restaurants and cafes and others work in hospitals and schools.


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“ … DANN MUSS DER DOKUMENTARFILM VIELLEICHT ENDLICH SZENISCH WERDEN“ / “ … THEN DOCUMENTARY FILM MAYBE HAS TO BECOME SCENIC AT LAST“

Um zu zeigen, welche Folgen der Einsatz von Napalm im Vietnam-Krieg hat, drückt Harun Farocki 1969 in seinem Dokumentarfilm „Nicht löschbares Feuer“ die Glut einer Zigarette in seinen Arm. Der Zuschauer wird zum unfreiwilligen Zeugen einer Selbstverstümmelung, mit der Farocki die Empathie-Unfähigkeit seines Publikums durchbrechen will.

Heute, mehr als 40 Jahre später, sind Nachrichten in allen Lebensbereichen omnipräsent. Und umso zahlreicher die Nachrichten auf uns einprasseln, umso geringer ist die Wirkung, der Anspruch auf Wahrheit oder Bedeutung. Wirklichkeit wurde einst als gesellschaftsstiftendes Ereignis diskutiert und dekonstruiert. Heute besinnt sich der Einzelne darauf, sie ganz bewusst gemäß des persönlichen Geschmacks und Interesses für den individuellen Gebrauch zu konstruieren. Das ist nur die logische Konsequenz daraus, dass das Internet die zeitlichen Beschränkungen für den Prozess der Meinungsbildung aufhebt, weil jede Information überall und jederzeit zur Verfügung steht. Daher muss der Dokumentarfilm seine Bedeutung und seine Wirksamkeit prüfen. Die heute stattfindende Diskussion über „neue dokumentarische Formate“ ist dabei nur ein Zeichen eines Prozesses der längst im Gange ist. Der Anspruch auf „Wahrhaftigkeit“ wurde so inflationär gebraucht, dass er sich selbst unterhöhlt hat. Das sieht man schon an der „dokumentarischen Kamera“ im Spielfilm, die inzwischen in fast jedem Film eingesetzt wird. Wenn der Spielfilm heute schon dokumentarisch daher kommt, dann muss der Dokumentarfilm vielleicht endlich szenisch werden.

Ich möchte ich einem im eigentlichen Sinne dokumentarischen Prozess, der durch den Workshop vorgegeben wird, eine Geschichte entwickeln, die stellvertretend für die Wahrheiten steht, die nicht ausgesprochen und nicht gezeigt werden können: Die Fähigkeit, Leid mit Humor zu nehmen, das kleine Glück im Zentrum der Katastrophe, die Nuancen der Zwischenmenschlichkeit, der unscheinbare Moment, in dem sich all die großen Zusammenhänge spiegeln. Zusammen gefasst möchte ich eine Geschichte erzählen die uns von den Menschen die wir sehen nicht unterscheidet, sondern mit ihnen verbindet. Mit dem Krieg in Syrien habe ich mich seit Beginn beschäftigt und über verschiedene Wege nachgedacht, einen dokumentarischen Zugang zu finden. Thema war dabei für mich nie, den Krieg zu dokumentieren, sondern die Menschen, die aufgrund äußerer Umstände in einer Situation sind, die uns nicht egal sein kann. Ein entscheidender Grund, nicht einen Dokumentarfilm zu drehen, sondern in einem Workshop ein szenisches Projekt zu erarbeiten, ist dass ich die Menschen über die dieser Film sein soll, in den Prozess des Filmemachens integrieren möchte. Alle internationalen Medien sind bereits durch die Lager spaziert, die Flüchtlingsbilder haben die Titelseiten sämtlicher Zeitungen der Welt gefüllt. Statt nur ein weiterer Journalist zu sein, der sich an dem Leid der Notleidenden bereichert, möchte ich eine Plattform für einen Austausch schaffen und an einem Film arbeiten, der über die Mitleidskultur hinaus ein Gefühl für die Menschen schafft, auf die wir treffen werden.

Als Chronotopos ist das Flüchtlingslager nicht nur eine Szenerie dramatischen Ausmaßes, sondern der reale Ort, der mitsamt seiner echten Bewohner tatsächlich dokumentiert werden soll. Dabei werden wir uns als Träger und Erzähler der Geschichte auf eine Gruppe von Kindern konzentrieren, mit denen wir zuvor ihre Rollen während des Workshops intensiv üben werden. Alle Darsteller sind Laiendarsteller, die Rollen werden auf sie geschrieben. Die Perspektive der Kinder, die wir für den Film einnehmen, soll dabei helfen, die komplexen Zusammenhänge des Bürgerkriegs sowie die Konsequenzen auf die Bevölkerung innerhalb einer relativ kleinen Geschichte zu konzentrieren. Durch die Perspektive der Kinder können wir klare Archetypen erzählen.

Die Kinder sind die Unschuldigsten innerhalb dieses Konfliktes. Ihr Leben, ihre Spiele und ihr Erwachsenwerden spielt sich heute in einem Flüchtlingslager ab. Durch sie wollen wir auch eine emotionale Brücke für Menschen aus einem anderen Kulturkreis bauen und eine Geschichte erzählen, die universell ist.

David Ruf, Oktober 2013

In the film „Unerasable Fire“, (1969) Harun Farocki puts the blaze of a cigarette into his arm to show what effect the use of napalm in the vietnam war has. The spectator becomes the involuntary witness of a self-mutiliation with which Farocki tries to break through the inability of empathy of the audience.

Today, more than 40 years later, news is omnipresent in any life situation. The more news we consume, the less becomes their effect and their entitlement of truth or meaning. Reality used to be discussed and deconstructed and hereby a sense of community was created. Today everyone finds himself a reality according to his taste, his interest and the individual use that is convenient. This is the logical consequence of the Internet dissolving the time limitations for the process of opinion making. Every information is available at any time and place, every point of view is available.

Thus documentary film as such needs to test its meaning and efficiency. The discussion about new documentary formats that is happening today is barely a sign of a process that since long is going on. The claim to „truthfullness“ has been used that excessively, that it hollowed out itself. It can be seen just for instance in the use of the „documentarian camera“ in fiction film, that is more than fashionable. If scenic film turns documentarian, then documentary film maybe has to become scenic at last.

I want to develop a story through the documentarian process of the workshop, that stands as a representative for all the truths that are out of limits to be shown in a documentary: the ability to take sufferment with humour, the piece of heaven in a disaster area, the nuances of inter-human relationships, the plain moment that resembles the grand relationships. Condensed, i want to tell a story that doesn´t seperate us from the peole we see by mercy, but connects us with them by empathy.

I kept myself informed about the war in Syria since its beginning and was thinking about different ways to find a documentarian approach. For me it was never a topic to document the war, but the people who because of external circumstances are in a situation, that we cannot be indifferent about. A crucial reason, not to make a documentary film but to create through a workshop a fiction film, is that I want to integrate the people who are in the film into the process of making a film. All international media has been walking through the camps, the pictures of refugees have been printed on any newspaper in the world. Instead of only being another journalist, who only can concentrate on the suffering of the people, I want to create an intercultural plattform and work on a film, that can create an emotion beyond the western culture of compassion.

David Ruf, October 2013